Mittwoch, 25. Februar 2015

Businessplan “Festspielhaus”

Zum jetzt vorgelegten Businessplan der Deutschen Post DHL durch Metrum äußert sich der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Markus Schuck:

„Wir freuen uns, dass es der Deutschen Post DHL jetzt gelungen ist, den Businessplan für das neue Festspielhaus/Konzerthaus in Bonn vorzulegen. Dieser Businessplan wirft auch nach der Vorstellung und Erläuterung von Metrum Fragen auf, die einer Klärung bedürfen. Diese werden zusammengestellt und nach der Vorstellung im Kulturausschuss an die Verwaltung weitergeleitet. Anschließend wird die Verwaltung, wie vom Rat beschlossen, einen dritten Sachverständigung mit der Prüfung beauftragen.

Folgende Bewertungen können wir bereits zum jetzigen Zeitpunkt vornehmen:

Der Betriebsplan ab 2020 basiert auf den Zahlen bestehender Konzerthäuser, die in der kulturellen Ausrichtung und im Betrieb mit Bonn so nicht vergleichbar sind. Sie befinden sich in Städten, die sich schon von der Größe her von der Bundesstadt Bonn unterscheiden. Überzeugende Kriterien für die Auswahl gerade dieser Häuser sind dem Businessplan nicht zu entnehmen. Grundlage für die im Businessplan angesetzte relativ hohe Auslastung des neuen Konzerthauses sind ebenfalls die angeführten Konzerthäuser. Dabei wird nicht auf aktuelle Auslastungszahlen in Bonn (verkaufte Karten) sowie eine aktuelle Besucheranalyse/ Tourismusanalyse zur Bundesstadt Bonn zurückgegriffen. Die direkte Konkurrenzsituation zur Philharmonie in Köln wird ausgegrenzt und mit dem Argument „kein Festspielhaus“ als mögliche Problemanzeige ausgeklammert. Die vorgelegten Besucherzahlen zu Beethovenfest (39.000) und Beethoven Orchester (40.000) sind konkret nicht haltbar, da sie der tatsächlichen Auslastung nicht entsprechen.

Hinzu kommt, dass mit dem vorgelegten Konzertangebot im Festspielhaus eine Konkurrenz zum Angebot des Beethovenorchesters und der Beethovenfeste gGmbH im „eigenen Haus“ entsteht und das damit verbundene Risiko von den städtisch geförderten Kulturbetrieben zu tragen ist. Außerdem müssen diese Einrichtungen den Betrieb „ihrer Heimstätte“ durch Mietzahlungen zusätzlich tragen. Mit der Umwidmung der Sponsorenmittel der Telekom von der Beethovenfest gGmbH hin zum Festspielhaus/Konzertsaal sowie mit dem Zugriff auf die Personalstruktur der Beethovenfest gGmbH wird durch den Businessplan massiv in ein städtisch mitfinanziertes Kulturangebot eingegriffen, ohne dies vorher mit den betroffenen Gesellschaftern abzusprechen oder zu diskutieren. Die dabei anfallenden Beträge werden zur Finanzierung des Betriebs des neuen Konzerthauses herangezogen und entfallen damit für den Festspielbetrieb. Offen bleiben dabei die entscheidenden Fragen zum Miteinander von Beethovenfeste gGmbH und Festspielhaus/Konzerthaus (doppelte Intendanz).

Insbesondere wird in dem Plan nur auf die Jahre 2020-2024 abgestellt. Für diesen Zeitraum gelten die Zusagen der Telekom von 1,5 Mio. Der Aufwendungsansatz für die bauliche Instandhaltung steigt ab 2025 deutlich an, so dass zu den hieraus möglicherweise erwachsenden Risiken entsprechende Szenarien dargestellt werden müssen. Klar bleiben muss dabei, dass diese Risiken nicht zu Lasten der Stadt erfolgen dürfen.